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Ich lebe bereits seit einigen Jahren in einem umgebauten ehemaligen Bauernhof mit knarrenden hölzernen Bodenbrettern und ebensolchen Treppenstufen. Altmodische, durch Holzrahmen geteilte kleine Fenster gewähren einen Blick nach Draußen und beim Hinausgehen ziehe ich ein wenig den Kopf ein, um sicher unter dem schweren und klobigen Rahmen der Eingangstür hindurch zu kommen. Bis zur nächsten Stadt fahre ich fast eine halbe Stunde mit dem Wagen, doch das stört mich nicht weiter. Ich besorge mir, was ich brauche, stets in größeren Mengen und habe dann für eine Weile wieder meine Ruhe. Meine Freunde und Bekannte finden es angeblich 'schrecklich', dass ich so 'verloren und mutterseelenalleine' lebe und dazu noch in solch altmodischer Einrichtung und Umgebung. Dennoch besuchen mich eben diese mich bedauernden und lästernden Freunde sehr gerne an den Wochenenden, denn trotz allem Altmodischen gibt es hier wohl noch etwas, was es bei ihnen Zuhause anscheinend nicht mehr gibt: Die Gemütlichkeit. Meine Küche ist eine Wohnküche, wie man sie früher eben allgemein bei der Landbevölkerung hatte. Eine sogenannte Bauernstube mit schwerem Holztisch und ebensolchen Stühlen. Um diesen Holztisch sitzen wir dann und genießen die Gemütlichkeit dieser alten, bäuerlichen Umgebung. Der Höhepunkt des Abends wird erreicht, wenn ich Punkt 18 Uhr (dies ist mir eine liebe Gewohnheit geworden) meine Brokat-Damast-Tischdecke auflege. Es wird dann still in der Runde und Alle sehen mir andächtig zu und warten geduldig, bis sie endlich wieder Platz nehmen dürfen an diesem nun so feierlich erscheinenden Tisch. Jetzt gibt es keine Gedanken oder gar Worte mehr, die das Thema des Altmodischen betreffen. Jetzt fühlt man sich einfach nur noch wohl – altmodisch hin oder her. Jetzt ist es einfach nur noch gemütlich und ein Jeder in der Runde genießt es sichtlich. So sitzen wir, trinken unser Bier oder unseren Wein und freuen uns schon auf das nächste Beisammensein rund um die feierliche Brokat-Damast-Tischdecke in meiner alten Bauernstube. |